Repertoire

Solastalgia (2022)

"Es ist das Schicksal von Tanz, eine ephemere Kunst zu sein. Wäre Trottier nur ein Bildender Künstler, müsste dieses Werk von der Stadt Mannheim angekauft und bewahrt werden. So aber lagert es im Gedächtnis jener, die es gesehen haben, und muss von Mensch zu Mensch als Erinnerung weitergegeben werden, damit es nicht vergessen wird. Hätte Mannheim – wie die Stadt München – einen großen Tanzpreis zu verleihen, dann hätte Eric Trottier ihn wahrlich verdient."
(Rheinpfalz)

"Hier haben zwei Künstler mit ihrem Kollektiv dem Zustand der Welt eine nachhaltig berührende Tanzform gegeben."
(Mannheimer Morgen)

CO2 Emissionswerte, übermäßige Fleischproduktion, Flugreisen, Abholzung der Regenwälder, Ausbeutung der globalen Ressourcen, Schmelzen von Polkappen und Gletschern, Überschwemmungen, globale Klimamigration - diese Schlagworte sind uns gegenwärtig. Wir kennen die Diagnosen der Experten und verstehen (?): uns bleibt wenig Zeit, die finale Zerstörung der Welt, wie wir sie kannten, aufzuhalten. Wenn wir vegan leben, beruhigen wir vielleicht unser Gewissen – können wir uns so auch vor den Ängsten und Emotionen angesichts der bevorstehen- den Klima-Katastrophe schützen?

Wir leben im Zeitalter der „Solastalgia“. Im Zeitalter des Leids, das man empfindet, wenn die eigene Heimat vor unseren Augen zerstört wird. Solastalgia ist die Verzweiflung, die wir über den Verlust des Trostes, der Schönheit, der Kohärenz und der Integrität der Welt empfinden, die wir für selbstverständlich hielten. Es handelt sich nicht mehr um eine isolierte Erfahrung von Menschen in einzelnen Teilen der Welt, sondern wir spüren überall die Auswirkungen des ökologischen Wandels und des Verlusts unserer Umwelt. Psychotherapie hilft uns in dieser globalen psychischen Epidemie nicht weiter.

Denn Solastalgia ist kein persönliches Problem.

Choreografie, Ausstattung und Tanz: Michelle Cheung und Eric Trottier 
Musik: Steffen Dix und Peter Hinz
Visual Arts: Benjamin S. Jantzen
Kostüm: Petra Vaskova
Dramaturgie und Management: Susanne Brauer

Gefördert durch: Stadt Mannheim Kulturamt, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Kooperationspartner: Theater Felina-Areal, Hildebrandt & Hees, Nachtmarkt am Stromwerk Gbr

Fotos: Lys Y. Seng